Montag, 14. Dezember 2009

Treffen des Freundeskreises Februar 2010

Der Freundeskreis „Zelt der Völker“ trifft sich wieder am Donnerstag, 4. Februar 2010 um 20:00 Uhr im Gemeindezentrum. Herzliche Einladung an alle!

B5: Sendung an Weihnachten 2009

Von Bernhard kommt folgende Info: "Am ersten Weihnachtsfeiertag wir um 10:35 und als Wiederholung um 19:35 eine Reportage bei B5 aktuell gesendet, die das Thema "Wassernotstand" (Isreael/Autonomiegebiet) zum Thema hat. Diese Sendung dauert ca. 27 Minuten.

Mittwoch, 18. November 2009

Bericht Herbstreise 2009

Im Oktober waren wir zu dritt (mit Axel und Kurt, zwei alten Jugendfreunden) in Israel, davon sieben Tage auf dem Weinberg der Nassars, von denen wir allen Freunden in Deutschland Grüße ausrichten sollen und die sich für die Olivenbaumspende (3000,- Euro) herzlich bedanken, die u. a. aus einigen Mennonitengemeinden gegeben wurden. Es war schön, zu sehen, wie viele Freiwillige und Besucher, u. a. eine deutsche Schulklasse, während unseres Aufenthaltes auf dem Weinberg anzutreffen waren. Eine Solaranlage ist in Betrieb und liefert sauberen Strom, eine Komposttoilette wurde eingerichtet, an weiteren Regenzisternen wird gearbeitet - dies geschieht alles, um eine gewisse Autonomie zu erreichen, da nach Fertigstellung der Mauer mit Blockaden durch die israelische Armee gerechnet werden muss.

Wir konnten uns bei der Olivenernte nützlich machen und an einem Stall für Tiere mitarbeiten. Dieser entsteht „unter Tage“, da neue Gebäude oberirdisch nicht errichtet werden dürfen. Eines Nachts hatten wir „Besuch“ durch die israelische Armee (ca. 50 Mann), die ohne Vorwarnung das Eingangstor niederrissen und eine Razzia durchführten. Es war nicht schön, durch den Strahl einer Taschenlampe und einem Gewehr im Anschlag aufgeweckt zu werden. Nach einer Stunde war der Spuk vorbei, das Militär hat sich im weiteren Verlauf soweit korrekt verhalten. Ich denke, es geht der Armee einfach darum, Präsenz zu zeigen und den Druck auf die Familie Nassar zu erhöhen. Ein Angehöriger der Familie wurde z. B., nachdem er nachts Besucher auf den Weinberg abgesetzt hatte und zu Fuß zum Taxi zurückkehrte, von einer Militärstreife kontrolliert (in recht barschem Ton, man hielt im eine Waffe an den Kopf etc.). Auch das zeigt, wie man die Besitzer des Weinberges schikanieren und entmutigen will.

An einem Nachmittag haben wir versucht, die israelische Siedlung Newe Daniel zu besuchen (15 Minuten Fußmarsch), doch wir wurden recht unfreundlich abgewiesen. So war es uns leider nicht möglich, mit den „Nachbarn“ Kontakt aufzunehmen.

In der zweiten Woche waren wir im Autonomiegebiet und in Kernisrael unterwegs. Eine beeindruckende Reise, auf der wir viel gesehen und erlebt haben. Leider wurden wir in den letzten Tagen an der Grenze zum Libanon Zeugen eines Raketenbeschusses durch die Hizbollah (in Kirjat Shmona) und dem Artilleriebeschuss der Israelis auf vermutete Stellungen der Schiitenmiliz. Wir waren zu keiner Zeit in Gefahr, doch haben uns diese Vorfälle gezeigt, wie fragil die Lage im Norden ist.

Allgemein erscheint die Situation zzt. etwas angespannt, Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation besteht kaum. Nachdenklich hat uns gestimmt, wie die Familie Nassar von Aufbau und Hoffnung spricht, während in den Städten des Autonomiegebietes die Realität eine völlig andere Sprache spricht. Unserer Einschätzung nach haben die Palästinenser einen langen Weg vor sich, um auch aus eigener Kraft für bessere Verhältnisse zu sorgen. Auf dieser Reise wurde klar, dass beide Seiten nur eine Chance haben: aufeinander zugehen, auf Maximalforderungen verzichten und endlich den Weg des Friedens einschlagen. Nur so wird es möglich sein, dass beide Seiten friedlich neben- und vielleicht miteinander leben können. Ein eigenständiger palästinensischer Staat scheint im Moment, unter den vorherrschenden Bedingungen, unrealistisch zu sein.

Doch das heißt nicht, dass das Engagement für „Zelt der Völker“ ohne Sinn wäre. Ganz im Gegenteil! Gerade uns Christen sehe ich in der Pflicht, Menschen zu unterstützten, die auf friedlich Weise und mit ungebrochenem Optimismus für bessere Lebensbedingungen in diesem Teil der Welt sorgen wollen. Hier fällt mir 1. Thess.5,8 ein: „Wir aber gehören dem Tag und wollen deshalb nüchtern sein. Wir wollen Glauben und Liebe als Panzer anlegen und die Hoffnung auf Rettung als Helm.“ Und so sehen wir uns in der Pflicht, weiterzumachen. Die Werbetrommel zu rühren und die Familie Nassar in ihrem Bemühen beizustehen. Wir wünsche uns, dass sich künftig viele Menschen für „Zelt der Völker“ engagieren und das Projekt weiter unterstützen.

Montag, 2. November 2009

Grueße vom Weinberg VIII

Hallo zusammen,

Axel und ich sind am Sonntag wohlbehalten zu Hause angekommen, Kurt fliegt erst am Mittwoch nach Stuttgart. Am letzten Tag waren wir nochmal in Jerusalem, bevor wir uns aufmachten, den Busbahnhof zu suchen und nach längerer Suche zu finden. Die Ausreise gestaltete sich, wie immer, recht schwierig. X Kontrollen, als ich dann auch noch völlig übermündet ein kleines Taschenmesser im Handgepäck belassen hatte, war ich doch tatsächlich für einen Moment in Sorge, meinen Flug zu verpassen. Doch letztendlich ging alles gut. Den Flug selber habe ich eigentlich verschlafen, nach fast zwölf Stunden Flughafen waren wir völlig fertig.

An dieser Stelle möchte ich unserer Gemeinde und vor allem dem Freundeskreis herzliche Grueße von der Familie Nassar ausrichten!

Freitag, 30. Oktober 2009

Gruesse vom Weinberg VII

in den letyten tagen ging es nach Safed, einer der heiligen Staetten der Juden, nach nach Westen. Dort haben wir die alte Kreuzritterfestung Montford (Starkenburg) erwandert, bevor es nach am Mittelmeer entlang nach Akko ging. In Cesarea konnten wir noch die Ruinen besichtigen, bevor es richtig zu schuetten anfing. Hostel haben wir keins mehr gefunden, also haben wir im Auto geschlafen (sehr gemuetlich). Weil an der Kueste das Wetter so schlecht war, sind wir heute nochmals ans Tote Meer (nochmal baden) und haben uns bei Massada in ein Hostel eingemietet. Ein paar Sachen waschen, duschen, packen. Morgen geht es ueber Beersheva nach Jerusalem. Auto abgeben. Am Abend muessen Axel und ich schon zum Flughafen, Kurt bleibt noch ein paar Tage.

Das wars auch schon. Sonntagfrueh sind wir wieder zu Hause.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Gruesse vom Weinberg VI

heute waren wir am see genezareth und haben einige biblische stellen besucht. Wetter war heute wunderbar, die landschaft um den see war sehr beeindruckend. dann nach norden an der syrischen grenze entlang. waren in einer verlassenen siedlung und sind eine moschee hochgeklettert. Gab noch einen stopp in einer drusenstadt, wo wir eine pause eingelegt haben und essen gingen. haben uns mit dem besitzer unterhalten. sein bruder ist seit sechs jahren in syrien vermisst. war dort beim studieren und irgendwann ist der kontakt abgebrochen. es heisst immer, die drusen im nordgolan wollen wieder einen anschluss an syrien (im gegensatz zu den drusen noerdlich von haifa). es scheint aber, dass sie das baath-regiem in syrien doch nicht ganz koscher finden.....
die festung nimrod konnten wir nicht mehr besuchen, es war schon zu spaet. nun sind wir in quiriat schmona. schon seltsam, direkt hinter uns die libanesische grenze, d.h., wir sind in reichweite der hizbollah. den ganzen abend kreisen hubschrauber ueber der stadt und schuetzen sich mit pyrotechnischem feuerwerk. irgendwie seltsam.... dazu passt, dass hier, wie ueberall, reservisten mit badeklamotten und knarre rumlaufen. wie wir gerade erfahren haben, ist wohl gestern unweit von hier eine rakete auf israel abgeschossen worden.

sind recht muede. gehen frueh ins bett. morgen weiter an der libanesischen grenze nach zefat (eine fuer juden heilige stadt), dann zur burg montfort und weiter ans meer. langsam ist das ende der reise zu erahnen. wir wollen noch nach akko und caesarea, bevor es wieder nach jerusalem geht.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Gruesse vom Weinberg V

Hallo zusammen,

nachtrag zu den beduinen - nachts schlich ploetzlich ein wuestenfuchs zwischen unseren schlafsaecken herum. kurt vertrieb ihn, leider floh er ueber axels schlafsack, was nicht ohne schrammen abging... am morgen waren dann die sandalen von kurt weg. wir wussten aber nicht so genau, ob das jetzt der fuchs war oder die beduinen... einen kann der schon klauen, aber gleich zwei? vor allem haben wir einen der jungs am vorabend an einer rast an einem kiosk beobachtet, wie er wie ein rabe klaute.... na ja, so ist das . . .

heute waren wir in bet shean und haben uns die ausgrabungen angesehen. hier stand mal eine grosse roemerstadt bzw. die byzantinische nachfolgerstadt. ein grosses, sehr beeindruckendes gelaende, auf dem wir uns ziemlich lange aufgehalten haben. am nachmittag nach norden, wieder an eine der stellen, wo man im jordan getauft werden kann. haben unsere fuesse in den jordan gehalten und uns die fuesse von den fischen anknabbern lassen. bei tiberias haben wir noch einen abstecher nach hittin gemacht, dort fand die entscheidende schlacht zwischen saladins mannen und den kreuzrittern statt, hier sollen an die 30 000 mann getoetet und noch mal so viel in gefangenschaft geraten sein. eine wirklich sehr beeindruckende landschaft, das schlachtfeld liegt an den sogenannten hoernern von hittin, einer wilden vulkanlandschaft. laue 27 grad beim sonnenuntergang und der aufgehende mond. wunderschoen. nun sind wir am see genezareth. morgen schauen wir uns ein paar christliche staetten an, bevor es in den golan und an die libanesische grenze geht. da wir noch draussen schlafen wollen, wird es erstmal kein internet mehr geben.

das fuer heute, allen liebe gruesse aus israel. stephan