Mittwoch, 21. Oktober 2009

Grueße vom Weinberg II

Hallo zusammen,

gestern haben wir vormittags auf dem land gearbeitet, nachmittags waren wir in Bethlehem. Heute Vormittag gings weiter mit dem Ausbudeln von Löchern (neuer Stall für Pferde unterirdisch). Am Nachmittag waren wir in Hebron und wurden von einem Peace-Maker-Team durch die Stadt geführt. Alles sehr frustierend.... Wir waren auch in der Moschee und haben das Grab von Abraham besucht. Am Abend zog es auf dem Weinberg zu. Zwar kein Regen, aber etwas kalt (ca. 18 Grad). Morgen wollen wir nach Jerusalem. Das für heute, herzliche Grueße aus dem Heiligen Land.

Stephan

Montag, 19. Oktober 2009

Gruesse vom Weinberg!

wir sind hier gut angekommen und sind nun seit zwei tagen auf dem weinberg. wetter wunderbar, es gibt hier viel zu tun. ich soll euch herzlich von der familie nassar und kurt und axel grueßen. morgen geht es nach bethlehem und die tage nach jerusalem. morgen wollen wir mal versuchen, der siedlung newe daniel einen besuch abzustatten. mal sehen, ob sie uns reinlassen.

herzliche grueße stephan

Dienstag, 22. September 2009

Buchtipp: "Wo Israel anfängt und endet"

Der Architekt Munio Weinraub und sein Sohn, der Filmemacher Amos Gitai

Wohnhochhäuser im kubisch-absolutistischen Stil Le Corbusiers, aber so an einem Steilhang gelegen, dass sie von der oberen Straße aus über eine Brücke auf halber Höhe angesteuert und über ein allseits offenes Stockwerk nach unten und oben erschlossen werden. Schul-, Versammlungs- und Sozialbauten, die sich auf radikal konsequente Weise klassischer Bauhaus-Prinzipien bedienen. Oder ein Synagogenraum mit seitlichen Emporen und mächtiger halbrunder Apsis, der um 1950 auch als moderner Kirchenbau in Deutschland Ehre eingelegt hätte, mit seiner riesigen Lichtöffnung in Form eines Davidsterns in der Decke aber einen anderen Weg zum Himmel sucht. Drei eigenwillig moderne, höchst einprägsame Beispielbauten - sie beweisen den hohen Rang der Aufbau-Architektur in den vierziger bis sechziger Jahren im jungen Staat Israel.

Wie Hunderte anderer Bauten im vergleichbaren Stil - Siedlungshäuser, Forschungs- und Regierungsbauten, Krankenhäuser, Kibbuzim, Schulen, Kultur- und Gewerkschaftsbauten - wurden sie von Munio Weinraub entworfen, einem Architekten, der, 1909 in Polen geboren, in Deutschland am Bauhaus in Dessau und Berlin sowie in Frankfurt am Main studiert hat. Im Jahr 1934 hat Weinraub einen Antrag auf Einreise nach Palästina gestellt, wo er schon bald nach seiner Ankunft ins öffentliche Baugeschehen einbezogen wurde und 1937 mit Al Mansfeld als Partner ein Architekturbüro gründen konnte.



Nicht nur mit dem Siegerentwurf im Wettbewerb für das neue Regierungsviertel Kiryah in Jerusalem ist dieses Büro bekannt geworden, auch der Erstentwurf für die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem geht auf die Entwürfe dieses Teams und auf die atmosphärisch suggestiven, raumhaltigen Handzeichnungen Weinraubs zurück.

Dass der Nachlass dieser Gründerfigur, der ja immerhin einen beträchtlichen Teil der Architekturgeschichte des Staates Israel nachvollzieht oder wenigstens prominent beleuchtet, im vergangenen Jahr der Architektursammlung der Technischen Universität München vermacht worden ist, kann man durchaus als museumspolitisches Ereignis feiern, ganz sicher aber als großen Vertrauensbeweis für das Münchner Sammlungs- und Forschungsinstitut, das sich nicht erst seit der Eröffnung der Pinakothek der Moderne mit einer ungewöhnlich dichten Serie international bedeutender Ausstellungen als kritischer Interpret der Architekturgeschichte und als Forum der aktuellen Baukultur höchstes Ansehen erworben hat.

Gründung und Toleranzgrenzen
Bei einer so spektakulären Transaktion von geistigem Eigentum über Grenzen hinweg ist aber nicht nur der Beschenkte, sondern auch der, der die Stiftung veranlasst hat, von größtem Interesse. Es war Munio Weinraubs Sohn Amos Gitai - der bedeutendste und in seiner kritischen Unruhe wohl auch kreativste Filmemacher Israels, der die riesige architektonische Hinterlassenschaft seines Vaters nach München gegeben hat.

Dort im räumlich beengten, aber mit Nachlässen prominent bedachten Institut der Universität war man sich der Außerordentlichkeit dieses Vermächtnisses sehr wohl bewusst. Winfried Nerdinger hat als Direktor des Münchner Architekturmuseums sowohl die Spende als auch den Spender mit einem Dokumentarwerk gewürdigt, das sich ähnlich weit über die Normalität und über die Konventionen erhebt wie die Spende selber: Mit einer gründlich vorbereiteten Ausstellung, mit Filmvorführungen, Vorträgen und Podiumsdiskussionen hat das Architekturmuseum das individuelle Lebenswerk der beiden Künstler in der Pinakothek der Moderne in all seinen Verästelungen vorgestellt.

Das eigentliche Ereignis ist aber die mächtige Publikation, die dabei entstanden ist und die von der einen Seite als umfassende Anthologie des architektonischen Lebenswerks von Munio Weinraub zu erleben und zu erblättern ist, von der anderen Seite sich aber als analytisches Kompendium zum umfangreichen Dokumentar- und Spielfilmwerk Amos Gitais erleben lässt. Selten dürfte einem Filmautor, der sich in seinen Fünfzigern befindet, eine so dichte und so umfassend bebilderte Würdigung seines Werks gewidmet worden sein. Auch wer nicht alle Texte im Buch liest, bekommt eine intensive Vorstellung vom kritisch-humanen Anspruch des Filmkünstlers Amos Gitai, vom pessimistischen Elan seiner Spielfilme, die den emotionalen Mutationen in der globalisierten Welt auf der Spur sind, und vom kompromisslosen Wahrheitsanspruch des Realitätensammlers, der mit seinen Langzeitdokumentationen - etwa über die Lebensumstände der Palästinenser in Israel - mehrfach die Toleranzgrenzen seiner Heimat ausgelotet hat.

MUNIO WEINRAUB / AMOS GITAI: Architektur und Film in Israel. Herausgegeben von Winfried Nerdinger. Deutsch und Englisch. Edition Minerva, München 2008. 408 Seiten, 580 Abbildungen, davon 290 in Farbe, 35 Euro.

Montag, 7. September 2009

Sommerbericht 2009 "Tent of Nations"

Vor wenigen Tagen hat uns der Sommerbericht von "Tent of Nations" per Mail erreicht. Wenn Ihr an neuesten Meldungen aus dem Westjordanland bzw. dem Projekt interessiert seit, >>> klickt bitte hier!

Dienstag, 25. August 2009

Deutschlandfunk-Feature: AIPAC-Konferenz

Washington Anfang Mai - die jährliche Konferenz des "America Israel Public Affairs Committee" (AIPAC) beginnt. 5000 Delegierte aus dem ganzen Land strömen in die Hauptstadt. Sie repräsentieren 100.000 Juden, aber auch Christen, die überall im Land für die politischen Standpunkte der israelischen Regierung in ihren Auseinandersetzungen mit den Palästinensern, der Hizbollah oder dem Iran werben.

Unter den Regierungen Clinton und Bush Junior war der Kongress ein Fest der Liebe, der öffentlichen Verbrüderung und der lautstarken Solidaritätskundgebungen. Zu Beginn der Präsidentschaft Barack Obamas glauben manche jetzt sei das Ende der fast uneingeschränkten Unterstützung Israels durch die USA gekommen. Was macht die "besondere Beziehung" eigentlich aus? Was daran ist strategisches Interesse, was ist politischer Mythos? In Gesprächen mit Delegierten der Konferenz, mit Befürwortern, Gegnern und Kritikern der Beziehungen versucht Daniel Cil Brecher die Bedeutung der amerikanisch-israelischen "Seelenverwandtschaft" zu ergründen.

>>> Hier gehts zum MP3!

Sonntag, 9. August 2009

Mahmoud Darwishs letztes Gedicht

Er ist einer der größten Poeten der arabischen Welt und zugleich politisch engagiert. Ihm ist der Elfenbeinturm fremd - anders als vielen europäischen Dichterkollegen. In Palästina geboren, wird er mit 14 zum ersten Mal verhaftet und geht schließlich ins Exil. Bayern 2 stellt sein letztes Gedicht vor.

"Wer bin ich? Wer?", fragt Mahmoud Darwish in seinem letzten langen Gedicht "Der Würfelspieler". "Wer bin ich denn, das Nichts zu enttäuschen?" Wenige Wochen später, am 9. August 2008, starb der Dichter in Texas nach einer Herzoperation und mit ihm eine Ikone des palästinensischen Volkes.


Sein lyrisches Vermächtnis "Würfelspieler" ist universal. Darwish stellt die großen existenziellen Fragen, gibt dem Zufall Raum. "Schon mit den ersten Versen des 'Würfelspielers' setzt seine schonungslose Selbstbefragung ein", schreibt sein Übersetzer, der syrisch-deutsche Dichter Adel Karasholi. Er gibt Auskunft über den Freund und Kollegen und zeigt mit seiner einfühlsamen Übersetzung, was die Dichtung Mahmoud Darwishs ist: Weltliteratur.

1941 in al Birwe bei Akko (Palästina) geboren, flüchtet Darwish 1948 in den Libanon und kehrt nach der Gründung des Staates Israel heimlich zurück. Mit dem Gedichtband "Ölbaumblätter" schafft er in den 60er-Jahren seinen literarischen Durchbruch.Er wird mehrfach in Israel gefangenen genommen und geht schließlich 1970 ins Exil. Von 1987 bis 1993 ist er Mitglied des Palästinensischen Nationalrats und unterstützt bis zu den Friedensverträgen von Oslo, die er als Verrat am palästinensischen Volk versteht, den Kurs der PLO. Zuletzt lebt er vorwiegend in Amman und Ramallah. 2008 stirbt er in Houston/Texas.

Darwish gilt als die poetische Stimme des palästinensischen Volkes, als großer Erneuerer der arabischen Lyrik und galt lange als aussichtsreicher Kandidat für den Nobelpreis. Seine Bücher sind in mehr als 35 Sprachen übersetzt.

>>> Hier kommen Sie zum mp3

Mittwoch, 29. Juli 2009

Reise nach Palästina im Oktober 2009

Angehörige des Freundeskreis versuchen durch Besuche den Kontakt zu dem Projekt und vor allem zu den Menschen vor Ort aufrechtzuerhalten. In KW 9 war eine Gruppe für eine Woche in Palästina unterwegs, mehr Infos dazu in Kürze! Eine zweite Gruppe wird in den KWs 43 und 44 2009 aufbrechen, die Flüge sind schon gebucht. Wer mitreisen möchte, sollte den Freundeskreis kontaktieren!

Anfragen für Gruppe II: an Stephan Maria Sommer